Free Bleeding – gute Gründe, es einfach laufen zu lassen

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Spätestens seitdem die Sportlerin Kiran Gandhi beim London Marathon diesen ohne Hygieneartikel gelaufen ist, obwohl sie gerade ihre Tage hatte, ist das Thema freie Menstruation ein sehr kontrovers diskutiertes Thema in den öffentlichen Medien.

Es gibt sogar eine ganze „Free Bleeding“ Bewegung die Frauen ermutigt, während der Periode keine Hygieneartikel zu verwenden. Was wohl für die meisten Frauen undenkbar klingt, eine Menstruation ohne Binden oder Tampons zu überstehen, hört sich beim zweiten Blick gar nicht mehr so abwegig an. In diesem Artikel möchten wir dir die Vorteile dieser Methode vorstellen und dir zeigen, dass sich das freie Menstruieren sogar üben lässt.

 

Woher kommt der Trend?

Der Trend bzw. die Bewegung für das „Freie Menstruiren“ kommt aus den USA. Anhänger dieser greifen während ihrer Periode weder zu Binden, Tampons oder Menstruationstassen. Sie lassen das Blut lieber laufen. Jetzt scheint der “neue” Umgang mit der Periode auch zu uns überzuschwappen. Die Idee dahinter ist, die Periode von der Tabuisierung zu befreien und deutlich zu machen, dass das Blut weder unrein noch unnatürlich ist.

 

Der Irrglaube hinter den blutverschmierten Höschen

Dabei geht es aber nicht darum, ständig mit blutverschmierten Hosen durch die Gegend zu laufen. Das Ziel ist, den Köper zu verstehen und die Intervall richtig zu erkennen, wann wieder neues Blut ausgeschieden wird. Es ist nämlich ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Frauen ständing und rund um die Uhr während ihrer Menstruation unkontrolliert bluten. Eher ist es so, dass die Blutung als Schwall heraustritt. Der zeitliche Abstand ist bei jeder Frau verschieden. Wie man lernen kann, diesen zu erkennen, verraten wir dir später im Text. Wer das schafft, hat weniger Schmerzen und ebenso saubere Höschen.

Darum greifen immer weniger Frauen zu Tampons und Binden

In den letzten 40 Jahren wurde das Thema Monatsblutung als absolute Tabuzone gesehen. Die Werbung verspricht reine weiße Unterwäsche, strahlende Frauen die ihr „ekeliges“ Blut möglichst schnell auffangen, verstecken und aufsaugen lassen, damit kein anderer davon erfährt. Jedoch gibt es gerade ein Umdenken bei den Frauen. Immer mehr hinterfragen gewisse Praktiken, die uns jahrelang von der Industrie quasi aufgedrückt wurde.

Tampons können die natürliche Scheidenflora negativ beeinflussen, es gibt sogar das Risiko an einem toxischen Schocksyndrom zu erkranken.

 

Belastete Hygieneartikel

Auch sind die Hygieneartikel mit schädlichen Inhaltstoffen, wie zum Beispiel Dioxin, ein Nebenprodukt der beim Bleichungsprozess von Viskose oder Baumwolle mit Chlor entsteht, belastet. Dioxin wird mit Problemen, wie Krebs, Unfruchtbarkeit und Endometriose in Verbindung gebracht. Auch Geruchsneutralisatoren und künstliche Duftstoffe, künstliche Farben, Polyester, Klebstoffe und Rayon können enthalten sein.

Oft wird auch eine synthetische Version der Baumwolle verwendet. Bestandteile aus Synthetik und Plastik beeinträchtigen den Luftstrom und fangen Wärme und Feuchtigkeit ein, was das Hefe- und Bakterienwachstum im Vaginalbereich fördert.

Auch kleine Spuren von gefährlichen Stoffen in Tampons können langfristige Gesundheitsrisiken darstellen. Über den Kontakt mit den Schleimhäuten können Toxine leicht absorbiert und in den Blutkreislauf aufgenommen werden.

 

Menstruationstasse als bessere Lösung?!?

Zum einen spielt für sie der Umweltfaktor eine große Rolle. Immerhin verbraucht eine durchschnittliche Frau ca. 17.000 Binden und Tampons in ihrem Leben. Jede Menge unnötiger Müll! Eine bessere Lösung ist die Menstruationstasse*, die derzeit immer beliebter wird und die bei korrekter Anwendung und Reinigung kaum bis gar keine Bakterien in die Scheide befördert.  Trotzdem möchten einige Frauen es doch einfach laufen lassen, ganz natürlich, schon wie es ihre Vorfahren vor vielen Tausenden Jahren getan haben. Aber wie soll das nun funktionieren?

So funktioniert die freie Menstruation

Wie bereits geschrieben, fließt das Menstruationsblut nicht rund um die Uhr, sondern wird in gewissen zeitlichen Abständen abgestoßen. Zwar ist der zeitliche Abstand bei jeder Frau unterschiedlich, trotzdem kann man mit etwas Übung und Körpergefühl lernen zu erkennen, wann der Zeitpunkt gekommen ist, schnell eine Toilette aufzusuchen.

Kurz bevor das Blut Körper verlässt, spüren viele Frauen ein Ziehen im Unterleib. Wer in diesem Moment eine Toilette aufsucht, den Beckenboden entspannt und leichte Wippbewegungen macht, kann das Blut so ganz natürlich aus dem Körper befördern. Unterstützend kann dabei auch der untere Bauch massiert werden.  Auch kann man durch gewisse Sitzpositionen wie dem Schneidersitz oder das Heranziehen der Beine das Blut leichter herausbefördern. Wichtig ist ebensfalls, sich etwas mehr Zeit zu lassen, wir sprechen hier von 5-7 Minuten, um dem Körper die Möglichkeit zu geben, auch das gesamte für diesen Zeitschwall herauszubefördern.

So kann das “Free Bleeding” bei genauerem “Hinhören” und Analysieren der Körpersignale ebenso gut funktionieren wie der Schutz mit Tampon, Binde oder Tasse.

 

Free Bleeding für Anfänger

Wenn du die freie Menstruation zum ersten Mal ausprobieren möchtest, solltest du erstmal nicht zu viel erwarten und sicherheitshalber lieber alte Unterhosen tragen. Auch startest du am Besten an Tagen, an denen die Periode schwächer wird. Im Grunde ist es nur eine Übungs- und Gewöhnungssache. Viele Frauen, die den Dreh raus haben, sprechen davon, dass die dadurch auch Regelschmerzen schwächer geworden oder sogar ganz verschwunden sind.

Vorteile des Free Bleedings

– Umweltschutz

– keine Ausgaben für Hygieneartikel – spart Geld

– Risiko für Bakterien in der Scheide wird erheblich vermindert

– man lernt, den Körper besser zu verstehen

– Menstruationsschmerzen werden deutlich verringert

 

Nachteile des Free Bleedings

– es Bedarf Übung

– als Backup sollte man gerade draußen Hilfsmittel mitnehmen

– nicht immer sind Toiletten verfügbar

– falls doch mal Blut in der Hose zu sehen ist, gilt dies als absolutes Tabuthema

 

Ist die freie Menstruation wirklich für jede Frau geeignet?

Anhänger der freien Menstruation entscheiden sich für einen natürlichen Zyklus, den sie so wenig wie möglich beeinflussen möchten. Sie verzichten oftmals auf hormonelle Verhütung und möchten den Körper in seinem natürlichem Rhythmus kennen- und verstehen lernen.

Aber ist diese Technik in der heutigen Zeit wirklich praktisch?

Wer als Frau von Zuhause arbeitet, muss meist nicht das Haus verlassen. Dann kann die Methode leicht durchgeführt werden. Und falls doch mal etwas Blut daneben geht, ist das für niemanden unangenehm. Doch für Frauen, die täglich ins Büro oder zu Kunden fahren, ist die Umsetzbarkeit leider kaum möglich. Alternativ können Frauen auf die Menstruationstasse zurückgreifen. Immerhin sind hier die Vorteile ähnlich wie bei der freien Menstruation. Zusätzlich kann man mit dieser Methode sogar 12 Stunden ohne eine Toilette zu besuchen, aushalten.

 


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